Jahresbericht der Kenya-Hilfe Berlin/Brandenburg e.V. 2013

Gesundheitsstation Mtangani

Der Bau unserer Gesundheitsstation ist weitestgehend abgeschlossen.

Zu Beginn des Jahres konnten wir auf eigene Kosten die fehlenden, von der Gesundheitsbehörde vorgeschriebenen Ausstattungsgegenstände, beschaffen. Dazu gehörten u.a. eine Baby- und Erwachsenenwaage, Untersuchungsgeräte, wie Stethoskope, Fieberthermometer, Blutdruckmessgeräte, eine mobile Trennwand, verschiedene Abfallbehälter und vieles mehr. Die zwischenzeitlich abgestellte Wasserversorgung wurde wieder in Betrieb genommen. Eine weitere ortsübliche Toilette wurde gebaut. Diese Toilette wird nicht über Rohre entwässert, vielmehr besteht sie lediglich aus einer sehr tiefen gemauerten Grube und einem Loch im Boden. Afrikanische Damen sind es gewöhnt, Hygieneartikel einfach zu entsorgen… der Gebrauch von Abfallbehältern ist ihnen eher fremd.

2013

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Für die Müllverbrennung, die hier mangels staatlicher Müllentsorgung in Eigenregie erfolgen muss, wurde eine Verbrennungsgrube ausgehoben. Im Außenbereich konnte die Wartezone fertig gestellt werden. Für die Wartenden gibt es nun Bänke und eine große Informationstafel. Hier finden die Patienten in Comic-Form wichtige, für sie verständliche Gesundheitshinweise sowie Informationen zu Hygiene und Präventionsmaßnahmen. Hinweise auf  besondere Aktionen werden hier ebenfalls veröffentlicht. Mit einer erfahrenen befreundeten Krankenschwester haben wir die Ausstattungsgegenstände an Ort und Stelle gebracht. Sie arbeitet selbst in einer “Dispensary“ und weiß genau, worauf es hierbei ankommt.
“Dispensary“ heißt wörtlich Ausgabestelle und ist die landläufige Bezeichnung für kleine Gesundheitseinrichtungen in ländlichen Gebieten.

2013

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Im Frühsommer konnte nach fünfjähriger Bauzeit die Gesundheitsstation in Mtangani endlich ihren Dienst aufnehmen. Sie steht nun allen Dorfbewohnern mit medizinischem Rat und Hilfe zur Verfügung.

Da die geplante Übernahme durch das staatliche District-Hospital auf sich warten lässt, übernehmen wir derzeit noch die Kosten für die Krankenschwester und das Sicherheitspersonal.

Im Oktober konnten wir über einen fleißigen Helfer eine Hilfslieferung mit Verbandsmaterial und einigen Medikamenten an die Station übergeben. In diesem Sinne danken wir Herrn Morgenstern aus Glauchau sehr herzlich für die kostenlose Mitnahme und Übergabe der Hilfsgüter.

Leider ist uns auch in diesem Jahr der zugesagte Zuschuss des CDF  (Community Development Fund) versagt geblieben. Einen Grund dafür konnte oder wollte man uns nicht nennen, stattdessen wurden wir weiter vertröstet.
Zurzeit sind die Außenanlagen (Wege und Begrünung) noch nicht zu unserer Zufriedenheit fertiggestellt. Darum werden wir uns im März 2014 weiter bemühen.

2013

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Brunnenbau

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Weiterhin halten wir an unserem Plan fest, das Gebiet am Sabaki-River durch den Bau eines Brunnens mit Wasser zu versorgen.

In dieser stark besiedelten Region leben die Menschen vorrangig von eigener Landwirtschaft.  Durch das Fehlen einer eigenen Wasserversorgung ist diese Region sehr von der Witterung abhängig. Bei ausbleibendem Regen wird die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln oft dramatisch. Eine kontrollierte Wasserversorgung ist hier lebenswichtig.

Bereits im letzten Jahr hatten wir schon Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer des vorgesehenen Standortes geführt und hoffen, so bald als möglich mit dem Brunnenbau beginnen zu können.

Schulpatenschaften

Unser erstes Schulpatenkind Jimmy hat die Schule mit Erfolg beendet und setzt seine Ausbildung mit dem Besuch von Sprach- und Computerkursen fort.

An seiner Stelle haben wir nun die 17-jährige Maria, eine Tochter unseres ortsansässigen Mitarbeiters Mathias, in unser Förderprojekt aufgenommen.
Durch ihre Sichelzellenkrankheit ist Maria in ihrer körperlichen Entwicklung stark eingeschränkt. Häufige krankheitsbedingte Ausfälle ließen sie erst in diesem Jahr die Grundschule beenden, so dass sie im nächsten Jahr auf die Oberschule wechseln wird. Besonders hervor zu heben ist ihr Fleiß und Lerneifer, der auch bei ihren Lehrern viel Lob und Anerkennung findet.

Melina, ihre Schwester und unser jüngstes Patenkind gehört mit ihren fünf Jahren nach wie vor zu den Klassenbesten und lernt mit großem Eifer. Sie ist jetzt in der Vorschule, schreibt ganze Wörter und rechnet bis 30. Ihr Englisch ist schon so gut, dass ich mich problemlos mit ihr unterhalten kann. Mit großem Stolz hat sie mir aus ihrem Lesebuch vorgelesen. Auf den Schwimmunterricht, der im nahe gelegenen Pool des Eden Roc Hotels stattfindet, freut sie sich immer ganz besonders. 

Unser Patenkind Lucy hat mit gutem Erfolg die 11. Klasse abgeschlossen. Für sie geht es nun in den Endspurt bis zum Schulabschluss 2014.
Sie besucht derzeit die Secondary-School in Magarini. Aufgrund der dort zeitweise sehr mangelhaften Wasserversorgung kostet der Kampf um Wasser für Wäsche und Körperpflege wertvolle Zeit. Daher haben wir geplant, sie für das letzte Schuljahr in eine besser gelegene Schule in Malindi wechseln zu lassen. Da sie in der Schule mit großer Freude an einer Schülerzeitung und Berichterstattung innerhalb der Schulangelegenheiten mitarbeitet, hat sie den Plan, später als Journalistin zu arbeiten. Hierin möchten wir sie gern mit all unseren Kräften unterstützen.

2013

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Auch für Lucys 15-jährige Schwester Christin haben wir Pateneltern gefunden. Sie besucht seit Anfang des Jahres die Msabaha Oberschule. Da sie, wie Lucy als Vollwaise bei der Großmutter aufwächst, hätte sie ohne die Hilfe ihrer Paten keine Möglichkeit für einen Oberschulbesuch. Der Schulleiter bestätigte mir in einem Gespräch, dass sie sich gut in der Schule eingelebt, viele Freunde gefunden hat und sehr fleißig ist.

Zu unserer großen Freude konnten wir im März auch den 17-jährigen David in der Secondary-School anmelden. Seine Eltern zeigen leider wenig Interesse an seiner schulischen Entwicklung, so dass er viel wertvolle Zeit verloren hat. Kaum das erste Schulbuch in der Hand begann er sofort, das seit Jahresbeginn Versäumte nachzuholen und glänzte bereits bei der ersten Mathematikarbeit mit einer ausgezeichneten Note. Sein langgehegter Traum ist es, einmal Arzt zu werden und wir sind guten Mutes, dass er dieses Ziel mit unserer Hilfe schaffen wird.

Eine Anmerkung noch dazu, warum wir zwei Kinder unseres Mitarbeiters Mathias in unser Projekt aufgenommen haben:
Mathias ist uns seit Beginn unserer Arbeit ein wichtiger, vor allem aber zuverlässiger und ehrenamtlicher Mitarbeiter. Da wir ihm keinen Lohn für seinen Einsatz zahlen können, haben die Paten selbst entschieden, ihn auf diese Weise zu unterstützen. Da er noch drei weitere schulpflichtige Kinder hat, kann er diesen durch unsere Hilfe ebenfalls eine gute Schulbildung ermöglichen.

2013

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Mit unseren Schulpatenschaften unterstützen wir ausschließlich den Schulbesuch einzelner Kinder, nicht jedoch die Schulen selbst. Da wir die Schulgebühren direkt an die Schule bezahlen, können wir auch jeglichen Missbrauch (z.B. durch die Eltern und andere Angehörige) ausschließen. Die Beiträge der Pateneltern für unsere Schulpatenkinder decken meist  nicht alle anfallenden Kosten. Unsere “großen“ Mädels Lucy und Christin benötigen zunehmend Hygiene- und Körperpflegeartikel. Für außerschulische Exkursionen fallen für unsere Patenkinder zusätzliche Kosten an.

Ein weiteres Problem stellen die rasant steigenden Preise in Kenya dar. Alle weitergehenden Kosten werden im Bedarfsfalle von allgemeinen Spendeneingängen getragen.

Alle Kinder besuchen eine Schule in Malindi und Umgebung. So können wir mit den Schulen und den Patenkindern entsprechenden Kontakt pflegen und den Paten regelmäßig über die Entwicklung ihrer Patenkinder berichten. So manchen Dankesbrief der Kinder konnten wir den Paten überreichen.

Allen Pateneltern möchten wir im Namen der Kinder auf diesem Wege sehr herzlich für die treue und regelmäßige Unterstützung danken. Mit einer guten Schulbildung haben sie die Möglichkeit, ihr Leben eines Tages selbstbestimmt zu gestalten. Dies ist gerade für die Mädchen von großer Bedeutung. Nicht wenige von ihnen verkaufen aus der Not heraus ihren Körper um ihren Familien das Überleben zu sichern. In diese Not werden “unsere Mädchen“ dank Ihrer Hilfe hoffentlich niemals geraten…

Wer Interesse an der Übernahme einer Schulpatenschaft hat, kann uns jederzeit gern ansprechen.

Die Kosten für eine Schulpatenschaft betragen 50,00 € pro Monat und beinhalten alle anfallenden Schulgebühren, Lernmaterialien, Schuluniform und Internatsausstattung.

 

Weitere Aktivitäten zur Finanzierung des Vereins und Danksagungen

Um möglichst vielen Menschen unseren Verein mit unseren Projekten näher zu bringen, präsentieren wir uns auf einer eigenen Internetseite unter www.kenya-hilfe-berlin.de .

Herzlichen Dank an unsere Druckerei, die auch in diesem Jahr wieder den kostenfreien Druck unserer Berichte übernommen hat.

Unser diesjähriger Informations-Abend fand am 29.11.13 wieder in den Räumen der  Arbeiterwohlfahrt statt. An dieser Stelle danken wir der Arbeiterwohlfahrt für die kostengünstige Raummiete.  

Zusätzliches Freigepäck wird uns von AirBerlin nicht mehr gewährt. So sind unsere Möglichkeiten, Spendengüter wie Kinderkleidung und –Schuhe und Schulmaterial zu transportieren, sehr eingeschränkt. Wir waren nicht bereit, die hohen Kosten für Übergepäck (50 €/Kilo) von unseren Spendengeldern zu tragen.
Da AirBerlin bis auf weiteres nicht mehr nach Mombasa fliegt, werden wir die nächste Reise mit Turkish Airlines antreten. Zu unserer Freude dürfen wir hier 10 kg zusätzliches Gepäck kostenfrei mitnehmen. 

Allen, die uns bei unseren Aktivitäten ehrenamtlich und unentgeltlich unterstützt haben, möchten wir auf diesem Wege unseren ganz herzlichen Dank sagen. Sie alle tragen dazu bei, dass wir unsere Projekte finanzieren können und den Menschen in Kenya effektiv geholfen werden kann.

Planungen für 2014

Im März 2014 werden Sabine Kühne und ich wieder nach Kenya reisen.

Bis dahin hoffen wir, dass das staatliche District-Hospital das Personal für den Betrieb unserer Gesundheitsstation wie vereinbart bereit stellt.

Wir werden dann den Außenbereich durch Anlage der Wege weiter vervollständigen.

Danach werden wir uns unserem neuen Projekt, dem Brunnenbau in Sabaki widmen. Unsere Rechte an dem Projekt werden wir mit dem Eigentümer vertraglich notariell festlegen und umgehend mit den Bauarbeiten beginnen.

Den Pateneltern werden wir über die weitere Entwicklung ihrer Patenkinder berichten. Zwischenzeitlich haben sich weitere interessierte Pateneltern bei uns gemeldet, so dass wir weitere Patenkinder in unser Projekt aufnehmen können.  

Zum guten Schluss weisen wir darauf hin, dass alle Spenden ausschließlich zur Finanzierung unserer Projekte in Kenya eingesetzt werden und nicht zu Werbezwecken missbraucht werden.
Sämtliche anfallenden Reisekosten werden von uns selbstverständlich privat getragen.

Wir danken allen großen und kleinen Spendern, ohne die die Realisierung unserer Hilfsprojekte nicht möglich gewesen wäre.

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Gabriele Salim Malumbo (1. Vorsitzende)
Sabine Kühne (2. Vorsitzende)
Thomas Chalupka ( Kassenprüfer)

Kenya-Hilfe Berlin/Brandenburg e.V.
(gemeinnütziger Verein / non profit Organisation)
Heilmannring 12, 13627 Berlin
Germany
www.kenya-hilfe-berlin.de
Tel.: 0049 30/ 3450 7890

Spendenkonto:
Mittelbrandenburgische Sparkasse
BLZ: 160 500 00
Kto:  382 500 4111
IBAN: DE52160500003825004111

 

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letzte Aktualisierung:
26.04.2018
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